Allgemeine Windows-Probleme

Jeder hat schon von ihm gehört oder ihn gesehen - den berüchtigten BlueScreen.

Was tun, wenn der Rechner einen solchen bringt und/oder nicht mehr startet?
Hier muss man zwei Dinge trennen:

1. Den Rechner selbst wieder zum Laufen bringen

2. Datenrettung oder an Daten dringend herankommen.



1. Den Rechner reparieren.

Der BlueScreen tritt dann auf, wenn das System auf Grund schwerwiegender Fehler "abstürzt" oder gar nicht booten kann. Der BlueScreen ist ein Output des SystemDebugger, der die Aktionen des Microkernels überwacht. Der BlueScreen ist nicht, wie sehr oft falsch vermutet, ein unkontrolliertes Abstürzen, sondern eine Funktion, die ausgelöst wird, wenn das Betriebssystem in Schwierigkeiten kommt. Applikationen können einen solchen NICHT hervorrufen. Sie laufen im sogenannten "Usermode", das heisst in speziell verwalteten Memorybereichen. Gerätetreiber, Systemtreiber, etc. aber teilen sich einen Memorybereich, sie laufen im "Kernelmode". Hier kann einer den anderen stören und schwerwiegende Fehler hervorrufen. Ebenso kann defekte Hardware Schuld sein. Der BlueScreen hat einen geordneten Aufbau.

In den ersten Zeilen des Bluescreen liegt die wichtigste Information: die Fehler, die zum Erliegen des Betriebssystems geführt haben, werden als Hexcode ausgegeben, gefolgt von einer kurzen Fehlermeldung. Dananch folgt eine Auflistung aller Gerätetreiber, die geladen sind und danach eine Liste der Treiber, auf die zugegriffen wurde, als das System blockierte. Wichtig ist, dass letztere nicht die Ursache sein müssen.

Eine Recherche bei Google oder im Microsoft Technet nach dem Fehlercode und dem Kurzbeschrieb hilft meist weiter (z. B. 0x00000023, memory_board_overflow).

Hilft dies nicht weiter, müssen die Treiber geprüft werden. Lässt sich der Rechner im abgesicherten Modus starten, kann man im Gerätemanager alle Devices, die nicht umbedingt notwendig sind, deinstallieren. Nach einem Reboot verweigert man die automatische Installation und lädt die Treiber der Hersteller Stück für Stück, bis der Fehler wieder auftritt. Oft ist eine Kombination von Treibern Schuld, hier kann die Suche zur Odysee werden.

Weiter kann man alle Hardware ausbauen, die für einen Basisbetrieb nicht notwendig ist. Dies verhindert Zugriffe auf defekte Hardware. Ein guter Kandidat für Bluescreens, besonders für solche, die nur ab und zu auftauchen, sind beschädigte RAM-Module. Diese sollten zum Test ersetzt werden.

Lässt sich nicht mehr im abgesicherten Modus booten, bleiben die Möglichkeiten gering. Dann helfen nur spezielle Tools oder eine Neuinstallation.

Beim Herunterfahren im Bluescreen schreibt das System eine Dump-Datei. Diese kann mit vielen Tools, die kostenlos sind (Microsoft Technet - Download) analysiert werden. Meistens führt dies zum Erfolg oder zumindest sehr guten Hinweisen auf den Fehler. Dies erfordert aber viel KnowHow und Zeit.

2. Datenrettung

Bootet der Rechner nicht mehr, aber es sind wichtige Daten auf der Festplatte, die dringend benötigt werden, gibt es mehrere Lösungen, diese auf ein laufendes System zu bringen.

Die einfachste ist, die Harddisk aus dem Gerät auszubauen und in ein laufendes System einzubauen. Von dort besteht voller Zugriff. Ebenso funktioniert das mit USB-zu-IDE-Adaptern. Hier kann die Platte gelesen werden, ohne weitere Rechner öffnen zu müssen.

Eine weitere Variante ist, den Rechner mit einer CD zu booten, die ein lauffähiges, netzwerkfähiges Betriebssystem bootet (Knoppix etc.). Hier kann ohne Aenderung der Installation analog der Lösung eins auf die Daten zugegriffen werden. Diese Methoden haben den Vorteil, dass die Daten gerettet sind und zur Verfügung stehen und dann Zeit bleibt, in Ruhe zu versuchen, das System zu retten.

Sollte dies nicht möglich sein, kann versucht werden, das Betriebssystem nochmals auf derselben Harddisk zu installieren. Wenn bei der Installation nach dem Zielverzeichnis gefragt wird, sollte nicht "windows" oder "winnt", sondern ein anderes, z. B. "rescue" oder ähnliches gewählt werden. Die ursprüngliche Installation wird damit wertlos, aber die Daten auf der Festplatte zugänglich. Der Rechner sollte dann nach der Datenrettung völlig formatiert und von Grund auf neu aufgesetzt werden.

Ist der Bluescreen durch einen Hardwaredefekt bedingt, kann natürlich nur nach den ersten Methoden verfahren werden. Ein defektes RAM-Modul bringt auch bei einer Neuinstallation einen Bluescreen.